Polyesterlack - künstliche Oberflächen

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Traditionell schwarz oder lieber farbenfroh

Das Polyesterfinish zeichnet sich durch seinen brillianten Glanz aus. Zur perfekten spiegelähnlichen Fläche kommen die sehr guten Pflegeeigenschaften hinzu: Er ist widerstandsfähig gegen Wasser und Säure sowie hitzebeständig und schwer entflammbar. Polyesterlack besteht aus einem Grund- und einem Decklack. Der Grundlack ist immer weiß, da die weißen Pigmente gut schleifbar sind. Auf den spiegelglatten Grund wird der Polyesterlack aufgetragen. Diese von Haus aus durchsichtige Flüssigkeit, versetzt man zuvor mit einer Farbpaste, wodurch jegliche Farbvariation möglich wird.

schwarzen Polyesterlack auf Polyestergrund lackieren

Ibachflügelbeine im Endlack

Polyesterlack ist chemisch gesehen ein flüssiger Kunststoff, der durch Polymerisation ungesättigter Polyesterharze, die in Styrol gelöst sind, aushärtet. Dabei geht das Styrol fast vollständig in die Verbindung ein. Zur Beschleunigung der Reaktion enthält der Polyesterlack eine geringe Menge Kobaltnaphthenat, das aber erst durch Einwirkung eines Härters reagiert. Da der Sauerstoff in der Luft den Prozeß behindert, gibt man dem Polyesterlack geringe Mengen Paraffin bei, das sich bei beginnender Vernetzung an der Oberfläche sammelt, dadurch einen Schutzfilm bildet, der das Verdunsten des Styrols verhindert.

Ist der Lack ausgehärtet, wird die milchig schimmernde Paraffinschicht abgeschliffen und die Fläche mit Tuchscheiben auf Hochglanz gebracht. Die Polyesterlackierung ist von den künstlichen Oberflächen die hochwertigste.

Polyurethan

Bei einer Lackierung mit Polyurethan ermöglicht der gleiche Grundlack wie bei Polyester eine glatte und porenfreie Grundierung des Instruments. Die anschließende Lackierung mit Polyurethan kann zwar den Glanzgrad von Polyester erreichen, ist jedoch nicht spiegelähnlich besitzt keine Tiefenbrillianz. Für Instrumente, die schwarz-matt lackiert werden sollen, stellt Polyurethan eine gute Alternative dar. Offenporige Lackierungen sind hier allerdings nicht möglich.

Ibachflügelbeine im Endlack

Nitrolack

Nitrolack härtet durch Verdunstung des Lösungsmittels aus und fällt in die Poren nach. Damit verringert er sein Volumen und die Oberfläche „übernimmt“ die Struktur der Grundierung, die deutlich weniger porenfüllend ist als beim Polyesterlack. Das offenporig lackierte Instrument mit Nitro macht jedoch die Beimischung von Beize sowohl für seidenmatte als auch für glänzende Oberflächen möglich. Der Vorteil des Nitrolacks liegt im Preis: Die Lackierung ist viel günstiger als Polyester.