Schellack - natürliche Oberflächen

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Schellack die härteste traditionelle Möbeloberfläche

Schellack, das reine Naturprodukt zeichnet sich durch seinen natürlichen Glanz aus, hebt insbesondere bei Furnieren in einmaliger Form die Maserungen und Farbtöne hervor und ist auch nach Jahrzehnten, wenn der Glanz leicht verblasst ist, problemlos wieder aufzupolieren. Hochwertige historische Instrumente werden bei einer Originalrestauration vorzugsweise mit einer Schellack-Handpolitur versehen.

Schellackarten

Schellack, auch als Tafel- oder Plattlack bekannt, wird als harzige Substanz aus Gummilack gewonnen, der wiederum aus den Ausscheidungen der Lackschildlaus gewonnen wird. Hauptsächlich in Indien und Thailand wird er in großen Mengen hergestellt. Die Jahresproduktion beläuft sich auf etwa 50.000 Tonnen. Um ein Kilogramm zu ernten, benötigt man rund 300.000 Lackschildläuse. Die auf Bäumen, wie beispielsweise der Pappelfeige, lebende Lackschildlaus ernährt sich von Pflanzensäften, indem sie den Baum ansticht und den Pflanzensaft als harzartige Substanz wieder ausscheidet. Diese Ausscheidung ist das Ausgangsprodukt für die Schellackgewinnung.

Schellack ist in kleinen, dünnen, eckigen, tafelartigen Bruchstückchen zu beziehen.

Er schmilzt beim Erhitzen, ist unlöslich in Wasser aber nicht wasserfest. Er ist löslich in Ethanol, Borax, Ammoniak und Alkali-Carbonaten und in einer Mischung aus einem Teil Wasser und zehn Teilen Aceton. Schellack wird mit Hilfe einer Stoffmaus durch stundenlanges Verreiben auf die Flügeloberfläche aufgebracht. Der Glanz entsteht durch häufiges Wiederholen dieser Prozedur.

transparenter Schellack wird auf Pyramidenmahagonie poliert

auspolierte Schellackfläche auf Pyramidenmahagonie

Heutzutage können nur noch wenige Spezialisten mit Schellack arbeiten. Mittlerweile ist diese Art der Oberflächenbearbeitung auf Grund des teuren Rohstoffs und der aufwändigen Verarbeitung, die ausnahmslos in reiner Handarbeit erfolgt, fast ausgestorben.

In unserer Schellackabteilung arbeiten einige “alte Meister", die ihr Wissen an junge Mitarbeiter weitergeben, und unsere Instrumente stilecht aufpolieren.

Wachs und Öl

Durch die Oberflächenbehandlung mit Wachsen oder Ölen entsteht auf dem Holz ein warmer Glanz, der durch seine Unauffälligkeit das Augenmerk auf das Objekt selbst lenkt.

Diese Naturmaterialien werden nicht mit Lösungsmitteln versetzt, sondern pur auf das Holz aufgetragen, mit weichen Bürsten eingearbeitet und anschließend poliert.